Dienstag, 22. März 2016

"Moi et les Autres" im Landschaftsforum


Foto: Wiebke Schoon
Am Freitagabend fand meine erste Veranstaltung im Landschaftsforum statt: Wir wurden von der französischen Chanson-Band "Moi et les Autres" besucht. Das Landschaftsforum war mehr als restlos ausverkauft, einige Besucher mussten sogar auf den Tischen Platz nehmen. Gegen 17 Uhr trafen Sängerin Juliette Brousset und ihre Band hier ein. Nach einer kurzen Probe mit geliehenem Gitarrenhocker (vielen Dank nochmal an das hilfsbereite Team von Kattul!) und dem quasi vegetarischen Essen begann das Konzert. Meine Kollegin Wiebke Schoon und ich betreuten die Abendkasse.  Mich überrascht bei solchen Gelegenheiten immer die Lockerheit der Musiker. Einen Auftritt vor immerhin knapp 200 Leuten empfinden sie als Spaß. Der Bassist verriet mir, dass man höchstens bei Auftritten mit Fernsehen oder mehreren tausend Leuten ein wenig die Finger zittern.

Im Konzert stellte die Band ihr neues Album vor, welches den Titel „BIO“ trägt. Das liegt daran, dass es zumindest in Teilen komplett ohne Strom und Technik aufgenommen wurde. Die Musiker sind nur mit Aufnahmegeräten und ihren Instrumenten in die Natur gegangen und haben sich aufgenommen. Doch Regen, Hagel, Blitzschlag, Schneestürme und Hitzewellen machten ihnen einen Strich durch die Rechnung, sodass das Album dann doch im Studio aufgenommen wurde.

Foto: Wíebke Schoon
Moderiert wurde das Konzert von Sängerin Juliette Brousset, die uns „Orischer“ (Auricher!) charmant durch den Abend führte. Der französische Chanson präsentierte sich in seiner gesamten Bandbreite. Wer nur Klassiker à la Champs-Élysées erwartete, wurde an diesem Abend enttäuscht. Lachen und Weinen, Geschwindigkeit und getragenes Tempo lagen an diesem Abend eng beieinander und die meisten Besucher gingen bewegt und begeistert aus dem Saal. Ermöglicht wurde dies durch Juliettes äußerst einfühlsame und zugleich variable Stimme. Doch auch die Leistung der anderen Musiker darf keinesfalls unter den Tisch fallen: Jeder einzelne von ihnen konnte im Duett mit der Sängerin überzeugen. Zudem würde ein hochvirtuoses Ukulelen- und Melodikaquintett geboten. Honoriert wurde diese Leistung mit nicht enden wollendem Applaus des Publikums. Bei der Zugabe kamen dann auch endlich Fans des „klassischen Chansons“ auf ihre Kosten: Es gab ein Medley von Chansons à la Barbara.

An diesem Tag habe ich vor allem gelernt, dass Arbeitstage von 15 Stunden (natürlich mit ausreichenden Pausen!) nicht unbedingt schlimm sein müssen. Interessant war es auch, die Künstler einmal abseits der Bühne zu erleben und bei den Proben dabei sein zu dürfen. Besonders gefreut hat mich aber vor allem die Aussicht auf ein Wiedersehen mit der Band in Ostfriesland, denn sie waren ebenfalls vom Forum und den „Orischoix und Orischoises“ sehr angetan.

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