Freitag, 8. Februar 2013

Erste Termine 2013 ...

Für die zweite Jahreshälfte sind die Planungen der Veranstaltungen im Landschaftsforum und im Steinhaus fast abgeschlossen.

Hier ein kleiner Vorgeschmack: 

Am 20.09.2013 können wir Claudia Spörri mit Felix Elsner am Klavier bei einem Chansonabend erleben. Mit dem Programm "Schieflage" werden die Aktuere der Bremer Shakespeare Company den Abend im Landschaftsforum füllen.

Auch in Bunderhee wird dieses Programm im Steinhaus gespielt. Im 300 jahre alten Anbau werden die beiden am 21.09.2013 auftreten.


Felix Elsner mit Claudia Spörri (Bildrechte bei Claudia Spörri)
Ausschnitt eines Presseberichts (Kreiszeitung):

Claudia Spörris „Schieflage“ in der Kulturbühne faszinierte

Esprit, Melancholie und Sehnsucht|
Bassum - Von Ilse-Marie Voges. Faszinierend kann eine „Schieflage“ sein. Dies bewies am Freitagabend in der Kulturbühne in Bassum die Schweizer Schauspielerin und Sängerin Claudia Spörri mit ihren leidenschaftlich vorgetragenen Liedern quer durch die Chansonlandschaften. Ein Abend voller Esprit, aber auch mit melancholischer Zurückhaltung, der bei den Gästen ganz sicher in Kopf und Herz bleibt.
Begleitet von Felix Elsner am Klavier: Claudia Spörri.

Auf Einladung der Initiative „Kulturmenü“ war die Akteurin der Bremer Shakespeare Company mit ihrem Programm „Schieflage“ zu Gast. Claudia Spörri setzte Texte und Musik ehrlich, wohltuend und überzeugend in Szene so, dass die Komponisten Friedrich Hollaender, Georg Kreisler, Hanns Eisler und andere ihre helle Freude an der Interpretation gehabt hätten.
Fast ganz in schwarz – Mantel, kleines Hütchen, schwarze Strümpfe, rote Schuhe und ein Sträußchen mit roten Rosen – erwartet sie den Mann, der es versteht, sie zu betören. Die Verabredung in der Bar – ein kleiner runder Tisch, zwei Stühle und die Gläser für Rotwein – entwickelt sich eher tragisch. Der Ersehnte kommt nicht zum Rendezvouz. „Kommt er, oder kommt er nicht?“ fragt die zarte Dame, die im kleinen schwarzen Kleid mit Spitze sehnsüchtig auf „Ihn“ wartet. Verständlich, denn zu Hause ist ein Mann, dem seine Firma alles bedeutet. „Er ist immer sooo müde. Das Geschäft spannt ihn an, bei mir spannt er ab“, seufzt die Chansonette hinreißend frustriert.
Was bleibt da noch? Erich Fried hat das in seinen Gedichten wunderbar ausgedrückt: Es ist Unsinn, sagt die Vernunft. Es ist was es ist, sagt die Liebe! Mit Inbrunst, klarer Stimme verlieh Claudia Spörri dem Text beeindruckend Tiefe. Begleitet wurde sie von Felix Elsner am Klavier, der es großartig verstand, den leisen, aber auch temperamentvollen Texten Raum zu geben. Anrührend, wenn die Chansonette Seufzer wie „Ich brauche Dich“ hauchte und Elsner virtuos untermalte.
Das Hoffen, Herbeisehnen und Wünschen unterstrich die Sängerin mal mit verzweifelt auf die Arme gelegtem Kopf, mal mit geballten Fäusten. Sie verwandelte sich im Laufe der Geschichte in eine Frau, deren Gefühlswelt mit den Alltagswahrheiten ringt, in eine Frau, die die ganze Palette der Realität erlebt, so wie sie vielen Frauen nicht fremd ist. Temporeich präsentierte sie die Wechselbäder, die sich um Zuwendung und Liebe drehen, auch mit der italienischen Variante „Dolce far niente“, erst recht hintergründig mit dem Lied „Hausfreund“, dem Mann, der neben Moneten auch Blumen mitbringt.
Wunderbar wie sie erklärte„Nichtstun tut so gut“, sich auf dem Stuhl bequem und sexy räkelnd, zwischendurch mühelos Rad schlagend, gelang es ihr, das Publikum zum lässigen Fingerschnippen zu überreden.
Die Tristesse der wartenden Dame wird im Verlesen eines Liebesbriefes deutlich. Sehnsucht und Wut wechseln, und in „Weißes Papier“ von Element of Crime setzt sie sich einmal mehr bedeutsam in Szene. Hellwach und spritzig, sehr wohl aber auch die schmerzhaften Seiten des Lebens streifend, erzählte Claudia Spörri von der Einsamkeit, vom Verlassensein. „Adieu Paul! Machs gut“ hat sie auf den Zettel geschrieben, der auf dem Karton klebt und die Klamotten des Liebhabers enthält, der nicht kam. Die Erkenntnis „Ich bin immer zu spät gekommen im Leben und in der Liebe“ tut hör- und sichtbar weh. Großartig bringt sie Georg Kreislers „Mein Weib hat mich verlassen!“ auf die Bühne. Im Trenchcoat, mit Schlapphut und Brille lässt sie das Publikum teilhaben am Wunsch eines Mannes, der seine Frau über hat, die ihn leider, leider nicht verlässt.
Claudia Spörri verlieh ihrer Stimme alle Chansonnuancen, die sich zu einem ironisch harmonischen Ganzen fügten. Den eifersüchtigen „Stroganoff“, der Schmutzkikoff zerteilt und zu Filet verarbeitet, spielte und sang die Schweizerin locker und amüsant, der „Neandertaler“ von Neumann schien ihr geradezu auf den Leib geschneidert.